2026, Laserdruck auf Archivpapier, Kugelschreiber, 26 x 34,7 cm, gerahmt, Unikat, signiert
2026, Laserdruck auf Archivpapier, Buntstift, 26 x 34,7 cm, gerahmt, Unikat, signiert
2026, Laserdruck auf Archivpapier, Tinte, 26 x 34,7 cm, gerahmt, Unikat, signiert
Nora Turato
Sprache – in gesprochener wie geschriebener Form – ist zentrales Merkmal in Nora Turatos Werk, das von der Künstlerin in Wandarbeiten, Videos, Sound, Performances und ihren Künstlerinnenbüchern der Serie pool erforscht wird. Dabei arbeitet sie mit vorgefundenem Material aus vielseitigen Quellen wie u. a. dem Internet, Social Media, Presse, Büchern, Filmen, Musik und Gesprächen. Von der Künstlerin gesammelt und akribisch neu geordnet, wird ein Überfluss an Wortmaterial bis auf die Essenz heruntergebrochen. Turato macht so auf gesellschaftliche Bedingtheiten, Entwicklungen und Phänomene aufmerksam, die der Sprache zugrunde liegen und deren Gebrauch prägen. Ihre Arbeiten spiegeln präzise Beobachtungen einer stark von Bildern und KI-generierten Inhalten geprägten Gesellschaft wider und machen zugleich auf Veränderungen im Sprachgebrauch und damit verbundene Bedeutungsverschiebungen aufmerksam. Auf Einladung des n.b.k. hat Nora Turato drei neue Arbeiten, allesamt Unikate, für das aktuelle Editionsprogramm beigetragen. Diese stehen im Kontext ihrer 2025 eigens für die Fassade des n.b.k. konzipierten Arbeit they filled me up with words sowie der zum selben Werkzyklus gehörigen Performance pool7. Diese signalisieren einen Wendepunkt in ihrer Praxis, da im Unterschied zu früheren Werken hier nicht ausschließlich Typografie, sondern auch die eigene Handschrift als Ausdrucksmittel eingesetzt wird. Dabei wird diese nicht allein als Form der Sprachdarstellung betrachtet, sondern gemeinsam mit den Elementen gestischer Zeichnung auch als ein direktes Ergebnis verinnerlichten Verhaltens, das in Zusammenhang mit Turatos performativer Praxis steht.
Das Werk von Nora Turato (*1991 in Zagreb, lebt und arbeitet in Amsterdam) wurde in zahlreichen Ausstellungen präsentiert, zuletzt u. a.: Bechtler Stiftung, Uster / Schweiz (2026); High Line Art, New York (2026); Neuer Berliner Kunstverein (2025/2026); Institute of Contemporary Arts (ICA), London (2025); Stedelijk Museum, Amsterdam (2024/2025); Kunsthalle Wien (2024/2025); MUDAM, Luxemburg (2024); Performa Biennial, New York (2023); TANK, Shanghai (2023); Museum of Modern Art, New York (2022); Kunsthal Charlottenborg, Kopenhagen (2022); Secession, Wien (2021); Kunstmuseum Liechtenstein (2019); Serralves Museum of Contemporary Art, Porto (2019).