To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation


Still


2013, 00:13:56, HD, Farbe, Ton


In der Videoarbeit To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation (2013) spielen sechs Interpret*innen die gleichnamige Partitur der US-amerikanischen Avantgarde-Komponistin und Klangkünstlerin Pauline Oliveros (1932–2016) von 1970. Oliveros entwickelte das Stück basierend auf der Lektüre des radikal feministischen SCUM Manifesto (1967) von Valerie Solanas, die später als Schützin von Andy Warhol Berühmtheit erlangte. Die Komposition fordert die Interpret*innen auf, jeweils fünf Tonhöhen zu wählen und sehr lange Töne zu spielen, moduliert oder nicht moduliert. Im mittleren Teil des Stücks werden die Performer*innen, Rachel Aggs, Peaches, Catriona Shaw, Verity Susman, Ginger Brooks Takahashi und William Wheeler, eingeladen, die Tonlagen und Modulationen der anderen zu imitieren und interagieren nicht nur miteinander und ihren Instrumenten, sondern auch mit der ikonischen DDR-Architektur des Funkhaus Berlin von 1951.

Das Stück
To Valerie Solanas and Marilyn Monroe in Recognition of their Desperation zielt auf die Vermeidung der Hierarchien zwischen Musiker*innen und gestaltet seine Anweisungen so, dass eine „ständige Zirkulation der Macht“ (Oliveros) zwischen Zuhören und Spielen entsteht. Die Einsätze im Stück werden kollektiv durch das Licht gegeben – auf einen roten Abschnitt folgt ein gelber und ein blauer Abschnitt, zwei weitere Einsätze werden durch Stroboskoplicht angezeigt.