Profile


Still


2017, 00:03:27, 1080p25, Farbe, Ton


Profile besteht aus drei Variationen, die nie gleichzeitig zu sehen sind.

Variation A mit 2:20 Min
Variation B mit 3:27 Min
Variation C mit 3:21 Min

2017 vertrat Candice Breitz auf der 57. Biennale in Venedig ihr Geburtsland Südafrika. Ein Land, in dem die Frage, wer den Repräsentationsraum rechtmäßig einnehmen darf (oder nicht), besonders problematisch ist. Aus diesem Kontext heraus entstand die Arbeit
Profile, in der nicht Breitz selbst, sondern zehn prominente südafrikanische Künstler*innen vor der Kamera erscheinen, die möglicherweise ebenfalls das Land hätten repräsentieren können. „Mein Name ist Candice Breitz,“ wiederholt der polyphone Chor beharrlich und legt dar, wer tatsächlich vor der Kamera tatsächlich steht (oder stehen könnte): Mann oder Frau, weiß oder Schwarz, arbeitend oder bürgerlich. Zwischen den vielfältigen Beschreibungen von Rasse, Klasse und Geschlecht, Beruf und nationaler Zugehörigkeit beginnen die Attribute und Marker, die über eine Person Auskunft geben sollen, in ihrer Glaubwürdigkeit zu oszillieren. In Profile verschmilzt das Genre des Selbstporträts mit der formalen Sprache des Wahlkampfs und der Eigenwerbung und verteilt die erhöhte Aufmerksamkeit, die eine Künstler*in aufgrund ihres Auftritts in Venedig normalerweise hätte, auf eine Reihe von Kolleg*innen, die – ähnlich wie Breitz – die Absicht zu haben scheinen, einen starren Begriff von Subjektivität bewusst zu stören.