Disobbedienti


Still


2002, 00:54:00, PAL, Farbe, Ton, R021 02


Disobbedienti thematisiert die Entstehungsgeschichte, die politischen Grundlagen und die Aktionsformen der Bewegung der Disobbedienti (die Ungehorsamen) anhand von Gesprächen mit sieben Beteiligten. Die Disobbedienti gingen während der Demonstrationen gegen den G8-Gipfel im Juli 2001 in Genua aus den Tute Bianche hervor, jenen weiß gekleideten Aktivist*innen aus Italien, die ihre durch Schaumstoff, Reifen, Helme, Gasmasken und selbst gemachte Schilde geschützten Körper bei direkten Aktionen und Demonstrationen als Waffe des zivilen Ungehorsams einsetzten. Sie beteiligten sich u. a. an Protesten gegen prekarisierte Arbeitsbedingungen und am Kampf der Migrant*innen für Bewegungsfreiheit, indem sie mit der speziell entwickelten Aktionsform der Demontage die Schließung von Abschiebelagern erzwangen. Beim G8-Gipfel in Genua beschlossen die Tute Bianche, die identitätsstiftenden und namensgebenden weißen Overalls abzulegen, um die 300.000 Teilnehmer*innen der Demonstration mit einzubeziehen. Der Übergang von den Tute Bianche zu den Disobbedienti, den Ungehorsamen, ist auch eine Entwicklung vom "zivilen Ungehorsam" zum "sozialen Ungehorsam".



siehe auch:
Oliver Ressler - Oliver Ressler