Quetzalcoatl - Nachvollzug einer Legende


Still


1981, 00:17:29, PAL, schwarz-weiß, Ton, A013 06


Die Koproduktion Quetzalcoatl – Nachvollzug einer Legende entstand eigens für Dieter Appelts Einzelausstellung Dieter Appelt. Photosequenzen, Performance, Objekte, Filme im Neuen Berliner Kunstverein. Zu dieser Zeit reist Appelt unter anderem nach Mexiko und beschäftigt sich mit den indigenen Völkern Mittelamerikas, insbesondere den Tolteken. Der toltekische Herrscher Quetzalcoatl („gefiederte Schlange“) soll der Legende nach wieder auferstehen, doch stattdessen steigt aus den Fluten des Meeres der spanische Konquistador Hernán Cortés empor, der fälschlicherweise verehrt wird als „mordender und plündernder Gott“. 1521 wurden das Aztekenreich und dessen Hauptstadt Tenochtitlán (heute Mexiko-Stadt) komplett zerstört. Das Trauma des spanischen Kolonialismus wird bei Appelt in eine abstrakte Bildsprache übersetzt und begleitet von sich wiederholenden Aphorismen. In modernistisch geprägten Bildkompositionen inszeniert er sich selbst aus dem Meer kommend, in präkolumbianischen Architekturen, in der mexikanischen Steppenlandschaft oder folgt den Straßenmarkierungen in Mexiko-Stadt. In diese Erzählung werden Performancesequenzen montiert, in denen Glas auf den Boden fällt und zerspringt. Das Voice-Over spricht von Zerstörung, während das monotone Hintergrundgeräusch weiter rattert.