John Bock

Lütte mit Rucola

John Bock verbindet in seinen Videoarbeiten performative, theatrale und skulpturale Methoden zu komplexen Bildwelten. Daraus entstehen spektakuläre und zum Teil verschreckende Werke, wie die Arbeit Lütte mit Rucola, Bocks erstem Film, bei dem er sich dem Genre des Horrorfilms annähert. Platziert in einem Ambiente aus kleinbürgerlicher Spießigkeit stehen auch hier Elemente des Performativen im Vordergrund, die Bock mit Versatzstücken seiner bildhauerischen Formsprache kombiniert. Hauptcharaktere der Arbeit sind ein Vater (gespielt von John Bock) mit seiner Tochter, die in eine Altbauwohnung eindringen und dessen Besitzer überwältigen. Im Anschluss daran beginnt eine sich langsam in ihrer Brutalität steigernde Folter des Mannes. Neben alltäglichen Objekten werden insbesondere selbstgebaute Maschinen und Folterapparaturen verwendet, welche durch ihren akkumulativen Charakter an dadaistische Skulpturen erinnern. Spätestens in der Schlusssequenz ergibt sich eine Parallele zwischen den Zeichnungen des Mädchens und den Aktionen des Täters, als ob sie die Foltertaten anleitet.