Donnerstag, 25. April 2019, 19 Uhr
Borrowed Faces: A Prologue

Lecture-Performance von Fehras Publishing Practices (Künstlerkollektiv, Berlin)

In der Lecture-Performance Borrowed Faces: A Prologue präsentiert das Künstlerkollektiv Fehras Publishing Practices drei fiktive Figuren, die uns auf eine Reise in die 1960er Jahre mitnehmen. Die Zeit des Kalten Krieges gehörte zu den fruchtbarsten und wichtigsten Perioden in der Kulturgeschichte des östlichen Mittelmeerraums sowie Nordafrikas. Kultur und Politik waren aufs Engste miteinander verwoben. Im Zentrum des kulturellen Wandels standen Schriftsteller*innen, Dichter*innen und Übersetzer*innen, von denen viele Kollektive und Initiativen, Magazine und Verlage gründeten.

Exemplarisch reisen die von Fehras Publishing Practices gezeichneten Charaktere durch ein internationales Netzwerk von akademischen und kulturellen Institutionen und bewegen sich zwischen entgegengesetzten politischen Zugehörigkeiten. Ihre Erfahrungsberichte verweisen auf die Rolle von internationalen Kulturstiftungen, von Organisationen mit dubiosen Finanzierungsquellen und von globalen Institutionen, die lokale Verlage strategisch unterstützten. Die geschilderten Erlebnisse sind angesiedelt zwischen historischen Fakten und Fiktion, zwischen den eigenen Biografien der Künstler und den von ihnen gesammelten Informationen aus Archiven, Publikationen, Briefen, Memoiren und Fotos von Protagonist*innen und Institutionen aus der Zeit des Kalten Krieges, sowie zwischen kulturellen Praktiken damals und heute. Fehras Publishing Practices fragt danach, wie es um Autonomie und Unabhängigkeit inmitten rivalisierender, auf kulturelle Hegemonie drängender Kräfte steht und reflektiert zugleich die eigene kollektive Arbeit als politische Praxis.


Fehras Publishing Practices wurde 2015 von Kenan Darwich (*1981 in Damaskus), Omar Nicolas (*1987 in Homs) und Sami Rustom (*1988 in Aleppo) in Berlin gegründet. Die Künstlergruppe beschäftigt sich mit Prozessen des Veröffentlichens als Instrumente der Erzeugung, Übertragung und Beobachtung von kulturellem Wissen. Sie erhielt u. a. Residenzstipendien der Villa Romana, Florenz (2017) sowie von Ashkal Alwan, Beirut (2018). Ihre Arbeiten waren zuletzt u. a. zu sehen: KMK, San Sebastián (2019); Sharjah Art Foundation (Solo, 2018); EMST, Athens (2018); Kampnagel, Hamburg (Solo, 2017); Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf (2017); Haus der Kulturen der Welt, Berlin (2017); SAVVY Contemporary, Berlin (2017); Sharjah Biennale (2017); Kunsthal Aarhus (2016); SALT Galata, Istanbul (2016).


In deutscher Sprache mit arabischen und englischen Interventionen
Eintritt frei