Freitag, 18. Juni 2021, 19 Uhr
Livestream: Künstler*innengespräch

Mit Laura Poitras (Künstlerin), Eyal Weizman (Direktor Forensic Architecture), Shourideh Molavi (Forschungsleiterin Forensic Architecture) und Sean Vegezzi (Künstler), moderiert von Heba Y. Amin (Künstlerin, Professorin an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart)
In englischer Sprache

Vom 18. Juni bis 8. August 2021 präsentiert der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) mit Circles die erste Einzelausstellung der Filmemacherin und Künstlerin Laura Poitras in Europa. Ihre Werke entlarven staatliche Macht, indem sie jene Individuen in den Blick nehmen, die sich ihr entgegenstellen.

In der Ausstellung werden unter anderem erstmals zwei neue Videoinstallationen präsentiert:
Terror Contagion (seit 2021) umfasst eine laufende Untersuchung der Rechercheagentur Forensic Architecture sowie einen begleitenden Film von Poitras. Beide setzen sich eingehend mit dem Einsatz der Malware Pegasus des israelischen Cyberwaffenherstellers NSO Group zur Verfolgung von Journalist*innen und Menschenrechtsaktivist*innen weltweit auseinander. Mit Terror Contagion (2021) dokumentiert Poitras die laufenden Ermittlungen von Forensic Architecture zur NSO Group und interviewt Journalist*innen und Menschenrechtsaktivist*innen, die mit NSO-Software ins Visier genommen wurden.

In
Edgelands (2021) – entstanden in Zusammenarbeit mit dem Künstler Sean Vegezzi – setzen Poitras und Vegezzi ihre Untersuchungen dazu fort, wie Staatsapparate Kontrolle über Zivilist*innen ausüben. Anfang 2020 begannen Poitras und Vegezzi damit, geheim gehaltene Orte der Polizei-, Überwachungs- und Strafvollzugs-Infrastruktur in New York City zu erkunden, darunter eine verdeckte Einheit zur Überwachung politischer Aktivitäten und ein riesiges Gefängnisschiff vor der Küste der South Bronx, auf dem sich eine medizinische Krise abzuzeichnen beginnt.

Im Rahmen eines Livestreams sprechen Laura Poitras, Eyal Weizman, Shourideh Molavi und Sean Vegezzi mit Moderatorin Heba Y. Amin über die Werke der Ausstellung, über die Allgegenwart von Überwachungssystemen und die Art und Weise, wie diese die materielle Infrastruktur unserer Welt prägen, sowie darüber, wie sich Überwachung mit physischer Gewalt und psychischem Terror überschneidet.