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Nevin Aladağ


Nevin Aladağ (*1972 in Van/Türkei, lebt in Berlin) setzt sich in ihrem künstlerischen Werk mit den kulturellen Klischees und Vorurteilen innerhalb der durch Migration und Globalisierung veränderten, komplexen westeuropäischen Gesellschaft auseinander. In ihren Videos, Fotografien, Installationen und Performances zeigt sie Situationen, in denen Brechungen ethnischer Festschreibungen sichtbar werden. Zahlreiche ihrer Arbeiten basieren auf Klangexperimenten, Tanz oder Musik. Über zeitgenössische, zumeist in migrantisch geprägten Kontexten praktizierte Populärkultur verhandelt Aladağ Identität, Selbst- und Fremdwahrnehmungen, Rollenzuschreibungen, aber auch Selbstentwürfe.

Werktitel

Jahr
Dauer
Details
Kollaboration / Kompilation
Nummer

Familie Tezcan

2001
00:06:14
PAL, color, sound
A019 03
Familie Tezcan ist das Portrait einer türkischstämmigen Familie, in der Vater und Mutter den Kindern Breakdance- und HipHop-Schritte beibringen und diese mit Elementen aus arabischen Folkloretänzen kombinieren. Ihrer Form nach ähnelt die Arbeit einem Musikvideo, in welchem die einzelnen Familienmitglieder nacheinander tanzend und singend vorgestellt werden. Für die kurze Dauer von rund sechs Minuten werden die Betrachter*innen dem Klang und Rhythmus von vier unterschiedlichen Sprachen ausgesetzt: Deutsch als gemeinsame Alltagssprache, Türkisch mit Spuren des Arabischen als Muttersprache des jungen Eltern-Paares und Englisch als die Sprache der zeitgenössischen amerikanisierten Massenkultur. Das Video konfrontiert uns humorvoll mit der Lebensrealität einer vermeintlichen Minderheit und führt uns beispielhaft vor Augen wie sich eine durch kulturelle Hybridität und Dynamik geprägte Gesellschaft mit Lebensfreude und Zusammenhalt mitgestalten lässt.