2022, Lexapro (Escitalopram), Sandpapier, Ahornrahmen, Museumsglas, 31,6 × 26,6 × 3 cm, Unikat, signiert, datiert
Dora Budor
Sandpapier, das üblicherweise dem Entfernen unerwünschter Materialschichten von Oberflächen dient, wird in Dora Budors Werk Love Streams zum Träger des abgetragenen Materials. Normalerweise wird das Schleifpapier entsorgt, sobald es abgenutzt oder voller Partikel ist. In Dora Budors Love Streams dient es jedoch als Untergrund für Frottagen. Die Abreibung wurde mit Escitalopram (SSRI) ausgeführt – einem selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer – welcher der Künstlerin in oraler Form zur Behandlung von Depressionen und einer generalisierten Angststörung verschrieben wurde. Was der Körper hätte aufnehmen sollen, wurde von Hand zerrieben und durch die Frottage-Technik als Abdrücke des Bodens und der Wände im Atelier der Künstlerin festgehalten.
Dora Budor (*Kroatien, lebt und arbeitet in New York) ist Künstlerin und Autorin. Ihre Arbeit umfasst Video, Skulptur, Installation, Sound und architektonische Interventionen. Sie realisierte zahlreiche internationale Einzelausstellungen, u. a.: Neuer Berliner Kunstverein (2026); Bonner Kunstverein (2026); Nottingham Contemporary (2024); De Ateliers, Amsterdam (2024); Kunsthaus Bregenz (2022), GAMeC Bergamo / Italien (2022); Kunsthalle Basel (2019). Ihre Arbeiten waren zudem in bedeutenden Gruppenausstellungen zu sehen, zuletzt u. a.: WIELS – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Brüssel (2026); Centre Pompidou, Paris (2025); Whitney Museum of American Art, New York; MoMA PS1, New York (beide 2024); Gwangju Biennale (2024); Biennale Venedig (2022). Budor erhielt 2019 das Guggenheim Stipendium und wurde in den Jahren 2018 und 2026 von der Pollock-Krasner Foundation ausgezeichnet. Seit 2025 ist sie Professorin an der Hochschule für Bildende Künste–Städelschule in Frankfurt/Main.