2026, collagierter Pigmentdruck auf handgeschöpftem Papier, 70 x 58 cm, Auflage 7 + 1 AP, signiert, datiert
Andrea Büttner
Scham, Armut, Arbeit, Praktiken religiöser Gemeinschaften sowie historische Verstrickungen rechter Ideologien mit ökologischer Landwirtschaft sind u. a. Themen, die Andrea Büttner (*1972 in Stuttgart, lebt und arbeitet in Berlin) in ihrer recherchebasierten künstlerischen Praxis untersucht. Sie werden in einem Spannungs-feld ethischer und ästhetischer Fragestellungen verhandelt und finden Ausdruck in Fotografie, Holzschnitt, Installation, Malerei, Collage, Skulptur und Video. Büttners Werke veranschaulichen, dass Arbeit und Handwerk sozial-historisch politisierte Felder sind, die stark mit der Konstruktion nationaler Identitäten verwoben sind. Die neue Arbeit im n.b.k. Editionsprogramm – eine Collage auf handgeschöpftem Papier – knüpft an eine Langzeitrecherche an, die Büttner dem Ort Dachau widmete und in deren Folge die Videoarbeit Karmel Dachau (2019/2022/2023) sowie die Fotoserie plant beds from the plantation and “herbal garden,” used by the SS for biodynamic agricultural research, at the Dachau Concentration Camp (2019–2020) entstanden sind. Die zwei zentralperspektivisch zusammengefügten Abbildungen zeigenzwei Orte: Zum einen die Abbildung einer in den 1960er Jahren rekonstruierten Baracke in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Gegenübergestellt ist ein Bild des sich noch im Bau befindlichen berlin modern – dem zukünftigen Museum am Kulturforum, das u. a. die Sammlung der Nationalgalerie zur Kunst des 20. Jahrhunderts beherbergen wird. Vor diesem Hintergrund zeigt die neue Arbeit von Andrea Büttner eine überraschende visuelle Symmetrie zwischen KZ-Baracken und der größten bundesrepublikanischen Kulturbaustelle.
Andrea Büttners Werk wurde in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, u. a.: Bechtler Stiftung, Uster / Schweiz (2025); Kunstmuseum Basel; Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, K21, Düsseldorf (beide 2023); Kunstverein München (2019); Hammer Museum, Los Angeles (2017); Staatsgalerie Stuttgart (2016; Walker Art Center, Minneapolis / USA (2015); MMK Museum für Moderne Kunst, Frankfurt/Main (2013). Büttner hat an der documenta 13 in Kassel und Kabul (2012) sowie an der São Paulo Biennale (2018, 2010) teilgenommen. 2017 wurde sie auf der Shortlist für den Turner Prize geführt.