Book Launch: Klaus Theweleit. Filmen nach Auschwitz: Claude Lanzmann und Jean-Luc Godard
Donnerstag, 30. April 2026, 19:00 Uhr
Mit Klaus Theweleit (Kulturtheoretiker, Freiburg), moderiert von Katja Nicodemus (Filmkritikerin und Journalistin, Die Zeit)
Die Publikation versammelt erstmals alle Texte von Klaus Theweleit über das Werk von Claude Lanzmann und Jean-Luc Godard, die in einzigartiger Weise das Filmen nach Auschwitz reflektieren. Theweleit stellt fest: „Realitäten, die keine Verwandlung in Kunst erfahren, bleiben irreal. Lanzmann und Godard erarbeiten sie, jeder auf seine Weise; zaubern sie hervor. Das Sichtbare löst sich von den Augen, das Hörbare vom System Ohr. Ich denke schon, dass es Entwicklungen gibt. Evolution der Körperlichkeiten. Unsere Neurologen – so wahnsinnig fortgeschritten ihre Erkenntnisse sind – stochern noch sehr in Nebeln. Somit gibt es jederzeit Aufgaben, die das real sich verändernde (Über)Wirkliche uns stellt. G + L sind gute Eintrittstore, wirklich fantastische. Niemand ist ausgeschlossen.“
Katja Nicodemus (*1968) studierte Vergleichende Literaturwissenschaften, Lateinamerikanistik und Politologie in Berlin und Paris. Während des Studiums arbeitete sie als Regieassistentin und Theaterkritikerin sowie als Reporterin für Radio France und den freien Berliner Sender Radio100. Nach dem Studium begeisterte sie sich zunehmend für das Kino, verfasste Filmsendungen für das WDR-Fernsehen und ging als Filmredakteurin zur TAZ. Für ihre Texte und Interviews über das französische Kino wurde sie zum Chevalier des Arts et des Lettres ernannt. Im Feuilleton der Wochenzeitung DIE ZEIT ist sie seit 2001 verantwortlich für Kino und arbeitet auch als freie Filmkritikerin für Radio Bremen und den Deutschlandfunk. Katja Nicodemus lebt in Berlin.
Klaus Theweleit (*1942 in Ebenrode / Ostpreußen) lebt in Freiburg und arbeitet als Literaturwissenschaftler, Kulturtheoretiker und Schriftsteller. Bis 2008 war er Professor für Kunst und Theorie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. 1976 promovierte er mit der Dissertationsschrift Freikorpsliteratur: Vom deutschen Nachkrieg 1918−1923, die als Grundlage für sein 1977/1978 erschienenes zweibändiges Werk Männerphantasien diente, eine der ersten umfangreichen Untersuchungen im Bereich der Männlichkeits- und Gewaltforschung. Im November 2019 erschien Männerphantasien in einer Neuauflage bei Matthes & Seitz, Berlin.
