Memory Is a Strange Bell
14. März 2026 – 3. Mai 2026
Künstler*innen: İpek Burçak, Nadja Buttendorf, Markus Draper, Martin Eberle, Noi Fuhrer, Olga Monina, Shaun Motsi, Leonie Nagel, Ania Nowak, Niclas Riepshoff, Max Schaffer, Alina Schmuch, Antje Taubert, Sergio Zevallos
Kuratorinnen: Lidiya Anastasova, Antje Weitzel
Der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) und das Künstlerhaus Bethanien präsentieren gemeinsam Arbeiten von Künstler*innen, die 2025 mit dem Arbeitsstipendium Bildende Kunst des Berliner Senats ausgezeichnet wurden. Die Ausstellung wird parallel in beiden Häusern realisiert und versammelt jeweils internationale künstlerische Positionen von in Berlin lebenden und arbeitenden Künstler*innen. Sie macht einmal mehr deutlich, welche zentrale Rolle verlässliche Förderstrukturen für die Produktion und Vermittlung zeitgenössischer Kunst einnehmen.
Die gezeigten Positionen verbindet eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen, politischen und historischen Fragestellungen sowie die kritische Reflexion von Machtverhältnissen, Normen und Ideologien. In einem breiten Spektrum an ästhetischen Ansätzen und Medien – darunter Video, Sound, Fotografie, Malerei, Zeichnung, Installation und Performance – verhandeln die Arbeiten unterschiedliche, teils widersprüchliche Erfahrungs- und Wirklichkeitsräume. Dabei werden sichtbare und unsichtbare Machtstrukturen thematisiert, die die individuelle und kollektive Wahrnehmung sowohl im physischen wie auch im digitalen Raum bestimmen sowie die Kanonisierung von Wissen und kulturellen Ausdrucksformen prägen.
Weitere Arbeiten kreisen um Phänomene der Erinnerung – ihre Prozesshaftigkeit, Fragilität und inhärente Ambivalenz. Darauf verweist auch der Titel der Ausstellung, inspiriert von einer Zeile aus einem Brief der US-amerikanischen Dichterin Emily Dickinson (*1830 †1886) an ihre Schwester: „Memory is a strange Bell – Jubilee, and Knell“ („Erinnerung ist eine sonderbare Glocke – Jubelfeier und Trauergeläut“). In der Metapher des Glockenläutens, das sowohl Freude als auch Verlust markiert, wird Erinnerung als ambivalenter, dynamischer Prozess lesbar – nicht als statische Fixierung, sondern als fortwährende, komplexe Bewegung. Zugleich spielt das Zitat auf eine Gegenwart an, die von paradoxen Spannungen geprägt ist, ein fortwährendes Pendeln zwischen multiplen Krisen und dem Streben nach Fortschritt und Wachstum.
Ausstellungen
Neuer Berliner Kunstverein, Chausseestraße 128/129, 10115 Berlin
Eröffnung: 13. März 2026, 19 Uhr
Laufzeit: 14. März – 3. Mai 2026
Künstler*innen: Nadja Buttendorf, Markus Draper, Martin Eberle, Noi Fuhrer, Shaun Motsi, Leonie Nagel
Kuratorin: Lidiya Anastasova
Diskurs- und Outreachprogramm in Zusammenarbeit mit Feben Amara
Künstlerhaus Bethanien, Kottbusser Str. 10/d, 10999 Berlin
Eröffnung: 19. März 2026, 19 Uhr
Laufzeit: 20. März – 17. Mai 2026
Künstler*innen: İpek Burçak, Olga Monina, Ania Nowak, Niclas Riepshoff, Max Schaffer, Alina Schmuch, Antje Taubert, Sergio Zevallos
Kuratorin: Antje Weitzel
Diskurs- und Outreachprogramm im Neuen Berliner Kunstverein (n.b.k.)
Samstag, 21. März 2026
Ausstellungsrundgang
15 Uhr Neuer Berliner Kunstverein / 17 Uhr Künstlerhaus Bethanien
In deutscher und englischer Sprache
Donnerstag, 16. April 2026, 19 Uhr
Shaun Motsi, Masters, 2023
Filmscreening
In englischer Sprache
Samstag, 25. April 2026, 17 Uhr
Techfaschismus. Macht und Autoritarismus im digitalen Raum
Podiumsdiskussion mit Anna-Verena Nosthoff (Juniorprofessorin für Ethik der Digitalisierung, Universität Oldenburg) und Paul Feigelfeld (Professor für Digitalität und kulturelle Vermittlung, Universität Mozarteum Salzburg), moderiert von Christine Watty (Journalistin, Deutschlandfunk Kultur)
In deutscher Sprache
Sonntag, 3. Mai 2026, 17 Uhr
Film-Präsentation
Im Rahmen der Arbeit von Leonie Nagel, mit Teilnehmenden verschiedener Jugendtheaterprojekte in Berlin
In deutscher Sprache
Eintritt frei zu allen Veranstaltungen
Für das Diskursprogramm im Künstlerhaus Bethanien siehe bethanien.de
Publikation
Anlässlich der Ausstellung erscheint eine zweisprachige Publikation (DE/EN) in der Reihe „n.b.k. Berlin“ im Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König.
