Sharon Hayes. What Do We Want?

7. Juni – 29. Juli 2022



Ausstellungsansicht Sharon Hayes. What Do We Want?, Neuer Berliner Kunstverein, 2022 © Foto: n.b.k. / Jens ZieheAusstellungsansicht Sharon Hayes. What Do We Want?, Neuer Berliner Kunstverein, 2022 © Foto: n.b.k. / Jens ZieheAusstellungsansicht Sharon Hayes. What Do We Want?, Neuer Berliner Kunstverein, 2022 © Foto: n.b.k. / Jens ZieheSharon Hayes, 2013 © Foto: Francesco Galli. Courtesy: La Biennale di Venezia
Kuratorin: Anna Lena Seiser

Sharon Hayes untersucht anhand von Fotografie, Video, Sound und Performance das Verhältnis zwischen Persönlichem und Politischem. Im Zentrum ihrer multidisziplinären Praxis steht das transformative Potenzial der Sprache, die sie im Hinblick auf Geschichtsschreibung, kollektive Subjektbildung und politische Repräsentation untersucht. Im Rahmen der ersten
institutionellen Einzelausstellung der Künstlerin in Deutschland präsentiert der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) eine Gruppe von Werken aus verschiedenen Schaffensphasen und mit
Ricerche: two (2020) eine ihrer jüngsten Arbeiten. Die fortlaufende Werkreihe Ricerche bezieht sich auf Pier Paolo Pasolinis berühmten Dokumentarfilm Comizi d’amore (dt.: „Gastmahl der Liebe“) von 1964, für den der Regisseur ein halbes Jahr lang durch ganz Italien fuhr und Gruppen von Menschen aller Altersstufen und sozialen Klassen zu Geschlecht und Sexualität und damit verbundenen politischen und ökonomischen Verhältnissen befragte. Für Ricerche adaptiert Hayes Pasolinis Herangehensweise, konzentriert sich jedoch auf ausgedehnte Gespräche mit spezifischen Gruppen. In Ricerche: two interviewt Hayes 22 American-Football-Spielerinnen zu den Besonderheiten und Herausforderungen, die dieser Sport mit sich bringt. Im Verlauf des Gesprächs eröffnen sich die komplexen Bedingungen, die das kollektive Verständnis von Geschlecht, Sexualität, Gleichheit und Gemeinschaft sowie von sich überschneidenden Identitäten auf dem Spielfeld und jenseits davon beeinflussen.

Sharon Hayes (*1970 in Baltimore) lebt und arbeitet in Philadelphia, wo sie als Professorin für Bildende Kunst an der University of Pennsylvania lehrt. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Einzelausstellungen und großen Retrospektiven gewürdigt, zuletzt im New Museum, New York (2020), im Moderna Museet, Stockholm (2019) und im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid (2012). Hayes’ Arbeiten wurden international im Rahmen von Biennalen und Ausstellungen präsentiert, u. a. Seoul Mediacity Biennale (2021); Biennale Venedig (2013); The Hammer Museum, Los Angeles (2022); Museum Ludwig, Köln (2020); Museum of Contemporary Art, Los Angeles (2015).