Laura Poitras. Circles

18. Juni – 8. August 2021



Laura Poitras, ANARCHIST: Straightened Doppler Track from a Satellite (Intercepted August 4, 2009), 2016, pigmentierter Inkjetdruck, aufgezogen auf Aluminium, Sammlung der KünstlerinLaura Poitras, ANARCHIST: Time Raster Display from Orbcomm Satellite (Intercepted May 28, 2009), 2016, pigmentierter Inkjetdruck, aufgezogen auf Aluminium, collection of the artist
In Kooperation mit Forensic Architecture und Sean Vegezzi
Kurator: Marius Babias

Der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) präsentiert die erste Einzelausstellung der Filmemacherin und Künstlerin Laura Poitras in Europa. Ihre Werke entlarven staatliche Macht, indem sie jene Individuen in den Blick nehmen, die sich ihr entgegenstellen. Zu sehen sind Werke aus der Serie
ANARCHIST (2016) – von den USA gehackte Drohnen- und Satellitenbilder – sowie erstmals zwei neue Videoinstallationen. Terror Contagion (2021) – eine laufende Untersuchung der Rechercheagentur Forensic Architecture sowie ein begleitender Film von Poitras – thematisiert den Einsatz der Malware Pegasus des israelischen Cyberwaffenherstellers NSO Group zur Verfolgung von Journalist*innen und Menschenrechtsaktivist*innen weltweit. Ausgehend von einem 191 Meter langen Gefängnisschiff sowie einer geheimen Einheit zur Kontrolle politischer Aktivitäten, untersucht Edgelands (2021) – entstanden in Zusammenarbeit mit dem Künstler Sean Vegezzi – die verdeckten Verbindungen von Gefängnis- und Polizei-Infrastruktur in New York. Die Werke der Ausstellung zeigen auf, wie sich Überwachung, physische Gewalt und psychologischer Terror überkreuzen.

Das Werk von Laura Poitras (*1964 in Boston, lebt in New York und Berlin) ist eng mit Berlin verbunden. 2006 wurde ihr Film über die US-Besetzung des Irak
My Country, My Country auf der Berlinale uraufgeführt. Kurz darauf setzte die US-Regierung Poitras auf ihre terrorist watch list, die nächsten sechs Jahre wurde sie bei jedem Grenzübertritt in die USA verhört. 2012 zog Poitras nach Berlin, um ihre Quellen zu schützen und wurde vom damals anonymen NSA-Whistleblower Edward Snowden kontaktiert. Der so entstandene Film CITIZENFOUR (2014) wurde mit dem Oscar sowie dem Deutschen Filmpreis gewürdigt. Ihre Berichterstattung über die US-amerikanische National Security Agency (NSA) wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und führte zu einer parlamentarischen Untersuchung der Massenüberwachungsprogramme der NSA in Deutschland.

Diskursprogramm online
Freitag, 18. Juni 2021, 19 Uhr
Livestream: Künstler*innengespräch
Mit Laura Poitras (Künstlerin), Eyal Weizman (Direktor Forensic Architecture), Shourideh Molavi (Forschungsleiterin Forensic Architecture) und Sean Vegezzi (Künstler), moderiert von Heba Y. Amin (Künstlerin, Professorin an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart)
In englischer Sprache



Die Ausstellung wird gefördert vom Medienboard Berlin-Brandenburg.

Der Neue Berliner Kunstverein wird gefördert durch die LOTTO-Stiftung Berlin.