Silke Wagner


Silke Wagner (*1968 in Göppingen, lebt und arbeitet in Frankfurt/Main) setzt sich in ihren Arbeiten mit politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Themen auseinander und hinterfragt gleichzeitig die Grenzen der zeitgenössischen Kunst und Kunstinstitutionen. In ihrer Arbeit Schutzehe – Heiraten zum Zweck der Aufenthaltssicherung (www.schutzehe.de) thematisiert Wagner die Solidarität gegenüber Flüchtigen und MigrantInnen und begibt sich mit ihrem Werk in den direkten politischen Diskurs. Auch in ihrer Arbeit bürgersteig aus dem Jahre 2001, in der sie einen VW-Bus antifaschistischen und antirassistischen Gruppen in Münster, Essen und Frankfurt/Main zu Verfügung stellte, wird die Kunst aus dem Museum in die politische Agitation übertragen. U. a. wurde hierbei der Bus mit dem Schriftzug Lufthansa Deportation Class versehen, um auf die menschenunwürdigen Bedingungen bei Abschiebeverfahren aufmerksam zu machen. Ohne Titel, ist ein handgestrickter Pullover, der dem Muster des berühmten „Dutschke-Pullis“ entspricht. Er verweist demnach direkt auf Rudi Dutschke, die Symbolfigur der 1968er und ehemaligen APO-Führer, der meist denselben gestreiften Pullover trug. Ihre Arbeiten waren zuletzt zu sehen u. a.: Kunstverein Göppingen (2013); Kunstverein Oldenburg (2011); Neuer Berliner Kunstverein (2008); Kunstraum München (2004).



Ohne Titel
2008, handgestrickter Pullover aus Wolle, Größe L, Karton, Auflage 10
900 Euro Mitglieder, 1.200 Euro Nichtmitglieder