Ulrich Papenberg

Amelith 2: Intermedia-Konzert

Als Ausdruck einer intensiven Beschäftigung mit den Formen ephemerer und prozessualer Kunst und den Aktivitäten der Fluxus-Bewegung realisierte der Neue Berliner Kunstverein in Zusammenarbeit mit dem DAAD und den Berliner Festspielen 1973 die legendären Aktionen der Avantgarde (ADA 1), die Environments, Happenings und Videowerke von Robert Filliou, Taka Iimura, Wolf Kahlen, Allan Kaprow, Mario Merz und Wolf Vostell vorstellte. 1974 folgten dann die Aktionen der Avantgarde (ADA 2), bei denen neben Daniel Buren, Rafael Conogar, Jochen Gerz, Ekkat Kaemmerling, Edward Kienholz, Jannis Kounellis, Wolf Vostell und der ADA 2-Schule Wolf Kahlens auch die von Klaus Ritterbusch gegründete Künstlergruppe Amelith beteiligt war, die sich vor allem mit dem Medium Film beschäftigte. Hauptakteur aus dem Feld der Bildenden Kunst war Klaus Ritterbusch, der mit den elektronischen Musikern Ludwig und Ulrich Papenberg kooperierte. Im Rahmen von ADA 2 realisierte die Gruppe 1974 den Experimentalfilm Amelith 2: Intermedia-Konzert in Berlin. Im Original wird die Musik zum Film, den Ritterbusch als ein „Intermedia-Konzert“ bezeichnet, über vier Tonbänder von vier Punkten des Vorführraumes aus abgespielt, gekoppelt mit elektronischer Live-Musik. Der Neue Berliner Kunstverein übernahm die Kosten für die Produktion des Films sowie einer Videokopie mit überspieltem Ton. Vorherrschend sind die minimalistische Ausstattung und der stark meditative Charakter des Werks, das eine Einheit aus Raum, Farbe, Musik und Aktion bildet. Neben der Arbeit mit Fotografie, Collage und Text liegt Ritterbuschs Hauptbetätigungsfeld im Bereich der figurativen Malerei, in deren Mittelpunkt häufig Industrieanlagen und in den letzten Jahren auch Landschaften stehen.