Performing the Border


Still


1999, 00:42:47, PAL, Farbe, Ton, B031 01


Ursula Biemann (*1955 in Zürich, lebt in Zürich) ist Künstlerin, Theoretikerin und Kuratorin. Indem sie bestehendes Wissen und wissenschaftliche Erkenntnisse reflektiert und mit subjektiven Eindrücken verbindet, ermöglicht Biemanns künstlerische Vorgehensweise einen neuen Blick auf das Geschehen, in dem den „Involvierten“ eine Plattform eröffnet wird, auf der sie als AkteurInnen die klassisch zugeschriebenen „Opferrollen“ verlassen und mit den BetrachterInnen in einen gleichwertigen differenzierten Dialog treten können. Das Video-Essay Performing the Border dokumentiert am Beispiel der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez, einem Zentrum der globalen High-Tech-Produktion, die Situation der dort beschäftigten Arbeiterinnen. Vor dem Hintergrund der durch die rasche Industrialisierung drastisch veränderten Gesellschaftsstruktur wirft die Zunahme der Prostitution und eine seit 1993 ungeklärte Serie von über 150 Frauenmorden die Frage nach der Verknüpfung zwischen Massentechnologie und dem zugeschriebenen Warencharakter des weiblichen Körpers auf. Anhand eigener Videoaufnahmen, Interviews mit Frauen, TV- Dokumentationen und Polizeiberichten entsteht ein vielschichtiges Bild der Grenze als diskursiver Raum, das sowohl die Überwachungsstrategien der Firmen als auch die Schaffung eigener alternativer Räume im Spannungsfeld zwischen (weiblicher) Subjektivität und Kapital beschreibt.