Musings


Still


2013, 00:15:35, 1080i50, schwarz-weiss, Ton, C009 01


Alejandro Cesarco (*1975 in Montevideo, lebt in New York) knüpft in seiner Arbeit an das Vermächtnis einer sprach- und literaturbezogenen Konzeptkunst an. In Textarbeiten, Filmen, Fotografien, Collagen, Künstlerbüchern und Installationen untersucht Cesarco das Verhältnis von Wort und Bild, Sagbarem und Sichtbarem, Geschichte und Erinnerung. Indem sich in ihnen autobiografische mit literarischen Verweisen vermischen, reflektieren sie die Möglichkeiten historischer Bezugnahme und Übersetzung, wobei auch immer die emotionalen Dynamiken zwischenmenschlicher Beziehungen eine Rolle spielen. In dem Video Musings (2013) erzählt eine männliche Stimme auf Spanisch mit deutschen Untertiteln zu elegischen Schwarz- Weiß-Bildern von einer Reihe von Begebenheiten, die von Vorahnungen, schicksalhaften Fügungen, Träumen, sowie von weiteren Botschaften handeln, die hier als Quelle für schöpferische Arbeit dienen. Die zusammengetragenen narrativen Fragmente gehören jedoch nicht einer Biografie, Ära oder Geschichte an, sondern beziehen sich auf Erzählungen von oder über Susan Sontag, Ingmar Bergman, Maurice Blanchot, Italo Calvino, Julio Cortázar und Agnes Varda. Gemeinsam ist den ausgewählten Erzählungen, dass schöpferische Arbeit (Kunst, Literatur oder Film) sehr eng in Verbindung zu Tod und Vergänglichkeit steht. Musings versucht, Vorstellungen von Inspiration, Einflussnahme und Erbe gleichrangig zu verbinden.