mladen


Still


2005, 00:05:29, PAL, Farbe, Ton, E016 07


Shahram Entekhabi (*1963 in Borujerd/Iran, lebt in Berlin) nimmt in seinem vielfältigen Video, Performance, Installation, Malerei und Zeichnung umfassenden Werk den urbanen Raum zum Ausgangspunkt und untersucht die ihm eingeschriebenen Mechanismen der Hierarchisierung sowie Inklusion und Exklusion von Minderheiten. Durch die Hypertrophierung xenophober kultureller Stereotypen versucht er, die Mechanismen der Ausgrenzung offenzulegen und alternative Sichtweisen zu generieren. In der Videoarbeit i? von 2004 setzt Entekhabi erstmals den „Migranten“ ein, eine Figur, die er stets selbst verkörpert und mit Attributen versieht, die ihn als Zugehörigen zur Gruppe der sogenannten „Gastarbeiter“ charakterisiert. In späteren Arbeiten (Miguel, Mladen, Mehmet, Islamic Star, alle 2005) spaltet er die Figur des Migranten wie bei einer multiplen Persönlichkeitsstörung auf und entwickelt in einer Radikalisierung seines Ausgangskonzepts neue Versionen der Figur. Stets kommt es ihm dabei auf die Offenlegung klischierter Vorstellungen an, darauf, die negativen Bilder über männliche Migranten, denen vielfach Chauvinismus, Terrorismus und Kriminalität unterstellt wird, zurückzuspiegeln. Das Video Mladen zeigt Entekhabi als Akteur im öffentlichen Straßenraum, begleitet von Balkan-Brass-Musik und versehen mit einem überdimensionierten schwarzen Schnurrbart, Lederjacke und einem Messer, mit dem er teils gedankenverloren, teils in latent aggressiver Haltung in seiner Umgebung agiert.