Mass


Still


1998, 00:02:35, PAL, schwarz-weiss, Ton, W008 02


Clemens von Wedemeyer (*1974 in Göttingen, lebt in Berlin) untersucht in seinen Film- und Videoarbeiten Begrifflichkeiten des Kinos wie den subjektiven Blick, das Verhältnis zwischen historischer Wahrheit und Geschichtenerzählung und die unsichtbare Anwesenheit der „vierten Wand“, die die ZuschauerInnen von den Ereignissen auf Bühne oder Leinwand trennt, um Illusion möglich zu machen. Im Mittelpunkt des Werks, das durch die Offenlegung subjektiver Elemente und die Einbeziehung des Geschehens hinter der Kamera vielfach die Praxis des Dokumentarfilms kritisch reflektiert, steht die Beziehung zwischen Film, Filmproduktion und Publikum. Sein frühes Video Mass basiert auf Überblendungen von Found Footage-Materialien von Massenaufläufen und Demonstrationen aus den 1920er Jahren und Fragmenten aus historischen Filmen, etwa Sergei Eisensteins Panzerkreuzer Potemkin (1925). Durch die Überlagerungen der verschiedenen Filmmaterialien verdichtet sich die „Masse“ sprichwörtlich zu einer wimmelnden Bewegtheit, in der keine bestimmte Richtung mehr auszumachen ist.