Tchám Krai Kytõm Pandã Grét - Male Display Among European Population


Still


2008, 00:02:21, PAL, Farbe, Ton


Maria Thereza Alves (*1961 in São Paulo, lebt in Berlin) bearbeitet in Tchám Krai Kytõm Pandã Grét – Male Display Among European Population auf ironische Weise das Problem des westlich-kolonialistischen Blicks. Die vermeintlich wissenschaftliche Neutralität, mit der „andere“ Kulturen betrachtet werden, wird von der Künstlerin geschickt umgekehrt und auf EuropäerInnen angewendet. Protagonistin der Arbeit ist eine indigene Anthropologin, dargestellt von der Schauspielerin Shirley Krenak, die auch in früheren Arbeiten Alves’ auftrat. Die Protagonistin imitiert die Vorgehensweise (männlicher) Europäer bei der Erforschung indigener Kulturen. Sie interviewt einen Italiener, der über seinen abergläubischen Drang befragt wird, die eigenen Hoden immer wieder berühren zu müssen. Im Laufe des Gesprächs wechselt der Blick der Kamera zwischen den beiden Hauptfiguren des Videos hin und her: Während der Mann weitere Beispiele für sein Verhalten aufzählt und dieses mit eindeutigen Handbewegungen verdeutlicht, konzentriert sich die Kamera im Gegenschuss vor allem auf den distanzierten und teils irritierten Gesichtsausdruck der Anthropologin. Maria Thereza Alves gelingt es in ihrer gut zweiminütigen Arbeit, ein komplexes Problem wie den westlichen Ethnozentrismus kritisch zu betrachten und ironisch zu spiegeln.