Homeless Berlin / Portrait of Thomas Nowak


Still


2005, 01:02:09, PAL, Farbe, Ton, M008 01


Milovan DeStil Marković (*1957 in Čačak/Serbien, lebt in Berlin) beschäftigt sich in seinem Werk mit den Möglichkeiten und Grenzen visueller Repräsentation, insbesondere in Bezug auf das menschliche Gesicht als Mittelpunkt einer Politik der Repräsentation. In Abgrenzung zur figurativen Malerei verfolgt er seit der Mitte der 1990er Jahre sein Konzept der „Transfigurativen Malerei“, etwa in seiner Serie Lipstick Portraits (seit 1995), die berühmte weibliche Persönlichkeiten in Form monochromer Bilder repräsentiert, welche mit Hilfe von Lippenstift auf chinesischem Samt hergestellt werden. Im Zusammenhang mit Markovićs Homeless-Serie (seit 2002) entstehen sowohl Videointerviews mit Obdachlosen in Berlin, Belgrad und Tokio als auch
„Textporträts“, in denen die jeweiligen Personen durch prägnante Textfragmente aus den Interviews repräsentiert werden. Die Textfarbe orientiert sich dabei jeweils an der Hautfarbe des Porträtierten. Videointerviews und Textporträts – letztere vielfach auch als Großinstallationen im öffentlichen Raum gezeigt – geben nicht nur Auskunft über den Lebensweg eines Menschen, sondern auch über die sozio-kulturellen Bedingungen seines Umfeldes und fangen beides in einem intensiven Porträt ein, das sich den allgegenwärtigen Prototypen der Erfolgsgesellschaft widersetzt.