Holiday Story


Still


2007, 00:13:11, NTSC, Farbe, Ton


Haegue Yang (*1971 in Seoul, lebt in Berlin und Seoul) ist bekannt für ihre raumgreifenden Installationen, die meist aus alltäglichen Materialen bestehen und durch besondere Anordnungen poetische Situationen hervorbringen. Ihre Arbeit Holiday Story zeigt die südkoreanische Stadt Seoul während des Nationalfeiertags Chuseok, dessen Bedeutung vergleichbar ist mit der des deutschen Erntedankfests und der wie das amerikanische Thanksgiving im Kreise der Familie gefeiert wird. So zeigt Yangs Arbeit menschenleere Straßen, von Metallrollos verschlossene Geschäfte und verlassene Lagerhäuser. Diese Leere bildet die Kulisse, vor der nur ab und zu die Umrisse von schattenhaften Figuren und einem blauen Ball zu sehen sind. Dazu ist eine weibliche Stimme zu hören, die über das Verhältnis von Freizeit und Arbeit reflektiert. In rhythmischem Tonfall werden die Worte „work“ und „rest“ erst hintereinander, dann gegeneinander gestellt. Weiter werden Urlaub und Freizeit in ein kritisches Abhängigkeitsverhältnis zur Arbeit gebracht. In einer neoliberalen Wirtschaft symbolisiert Urlaub die Erholung von der Arbeit, mit dem Ziel, nach kurzer Pause effektiver weiterzuarbeiten. Dazu wird das Konzept Urlaub zum Ruhe- und Reflexionsraum für Glückserwartungen stilisiert. Wird jedoch der arbeitserhaltende Aspekt des Urlaubs offengelegt, werden die Fallstricke des neoliberalen Arbeitskonzepts umso offensichtlicher.