Eastleigh Crossing


Still


2009, 00:08:05, 1080i50, Farbe, Ton


Nach einer längeren Phase gemeinsamen Lebens gaben Ingrid Mwangi (*1975 in Nairobi) und Robert Hutter (*1970 in Ludwigshafen, leben in Berlin und Nairobi) 2005 ihre individuellen Künstleridentitäten auf und begannen ab 2005, ihre Arbeiten gemeinsam als „Mwangi Hutter“ zu signieren und wie ein kollektives Individuum aufzutreten, bei dem auch sexuelle und ethnische Identität des/der einen auf den/die andere projiziert werden. Mwangi Hutters Arbeiten untersuchen die Bedeutung von Hautfarbe und kultureller Herkunft, auch vor dem Hintergrund der Erfahrungen, die Mwangi als Teenager bei ihrem Umzug von Afrika nach Deutschland gemacht hat, wo sie später bei Ulrike Rosenbach an der Hochschule Bildende Künste Saar studierte. Viele Aktionen richten sich an eine Straßenöffentlichkeit und versuchen, Reaktionen bei PassantInnen hervorzurufen. So auch in Eastleigh Crossing, die Mwangi Hutter als „Guerilla Aktion“ bezeichnet und die auf einer überfluteten Straße in dem insbesondere von somalischen Flüchtlingen bewohnten Stadtteil gleichen Namens von Nairobi stattfand. Die alltäglich gekleidete Protagonistin, Ingrid Mwangi selbst, geht in das auf der Straße angesammelte Wasser und versetzt die PassantInnen durch ihr mysteriöses Verhalten, ihre Schreie und ihr durch das verdreckte Wasser zunehmend aufgelöstes Äußere zunächst in Erstaunen. Später ruft ihr Auftreten auch Spott und Ablehnung hervor, keiner der PassantInnen kann sich entschließen, der zunehmend verzweifelt agierenden Person Hilfe anzubieten.