Deutschland – das ist eine Autobahn


Still


2008, 02:20:50, PAL, Farbe, Ton, S018 01


Marlene Streeruwitz (*1950 in Baden/Österreich, lebt in Wien und Berlin) ist eine politisch engagierte Autorin und Regisseurin. Ihre Theaterstücke wurden an wichtigen Bühnen gespielt, darunter Uraufführungen am Schauspiel Köln, den Münchner Kammerspielen, dem Deutschen Theater Berlin und bei den Wiener Festwochen. Für ihre Romane erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Franz-Nabl-Preis der Stadt Graz (2015) und den Bremer Literaturpreis (2012). In ihrer Videoarbeit Deutschland – das ist eine Autobahn thematisiert Streeruwitz die deutsch-österreichischen Beziehungen, zieht philosophische Thesen und historische Fakten hinzu, um diese mit Aspekten einer gescheiterten Partnerschaft in Beziehung zu setzen. Die Kamera verfolgt die wahrscheinlich letzte Fahrt von Wien nach Frankfurt am Main durch die Windschutzscheibe eines Autos. Eine weibliche Stimme aus dem Off begleitet die Reise und gibt die Hintergründe preis. Anlass ist das Scheitern einer 20-jährigen Liebesbeziehung zwischen einer österreichischen Frau und einem deutschen Mann. Die Analyse der Gründe geschieht auf zwei sich überschneidenden Ebenen – auf der intimen des Paares und der historischen der Länder. Dabei überkreuzen sich soziale Fragen von nationaler Zugehörigkeit, dem Gefühl von Fremdheit und Differenz und der eigenen Identifikation über Sprache mit bedeutenden geschichtlichen Begebenheiten.