Bildnis einer Trinkerin


Still


1979, 01:48:43, PAL, Farbe, Ton


Ulrike Ottinger (*1942 in Konstanz, lebt in Berlin) wurde vor allem durch bildgewaltige Filme bekannt, die voller literarischer, mythologischer, filmischer, musik-ethnologischer und historischer Bezüge sind und gleichzeitig voller Brüche und Widersprüche. Collage und Montage, Transformation und Metamorphosen gehören zu ihren bevorzugten künstlerischen Mitteln und Methoden, Dokumentation und Fiktion verfließen ebenso wie Geschlechtergrenzen. In Bildnis einer Trinkerin folgt die Kamera zwei Frauen aus unterschiedlichen sozialen Milieus auf einer Sauftour durch West-Berlin. Elegant und extravagant gekleidet, offensichtlich aus der höheren Gesellschaftsschicht stammend die eine, heruntergekommen und mittellos die andere, scheint der Hang zum Alkohol das Einzige zu sein, das sie verbindet. Ohne lineare Erzählung verfolgt der Film die Begegnungen des exzentrischen Duos auf einer skurrilen Odyssee, die am Flughafen Tegel beginnt, durch verschiedene Schauplätze und Bars West-Berlins führt und schließlich auf der Klotreppe am Bahnhof Zoo endet. Eine Annäherung zwischen der dramatisch-todessüchtigen Schönen und der milieu-verwurzelten Herumtreiberin kann trotz der gemeinsamen Passion nicht stattfinden.