Big Sexyland


Still


2008, 00:03:07, PAL, Farbe, Ton, Z002 04


Tobias Zielony (*1973 in Wuppertal, lebt in Berlin) porträtiert in seinen meist fotografischen Arbeiten jugendliche Randgruppen in ihrem oft prekären Umfeld. Durch den intensiven Kontakt zu den Menschen und seine zurückhaltende Bildsprache erzeugt Zielony in seinen Arbeiten eine Intensität, ohne voyeuristisch zu wirken. Für seine Videoarbeit Big Sexyland, zu der parallel auch eine Fotoserie entstand, begleitete Zielony junge Männer aus Mittel- und Osteuropa über mehrere Monate in ihrem alltäglichen Umfeld rund um das inzwischen geschlossene Berliner Sexkino Big Sexyland. Das Kino war für die Männer gleichermaßen Treffpunkt, Arbeitsplatz und Rückzugsort. In der einzigen Kameraeinstellung des dreiminütigen Videos wird ein junger Mann gezeigt, der sich im Kinosaal zum Schlafen zurückgezogen hat. Das schemenhafte Geflimmer der Filmprojektion dient als einzige Lichtquelle; begleitet wird die Szenerie von monotonem Gestöhne und weiteren Hintergrundgeräuschen des Films. Zwar ist der Pornofilm selbst nicht im Video zu sehen, er ist dennoch stets präsent und verweist auf das Umfeld, in dem die jungen Männer sich tagtäglich bewegen, um Geld zu verdienen. Das Name des Kinos, Big Sexyland, scheint stellvertretend für den Ort der Sehnsucht und Verheißung zu stehen, in den die Männer ihre Träume und Hoffnungen vom kapitalistischen Westen projizierten, bevor sie ihre Heimat verließen. In seinem Video verdeutlicht Zielony, welche Realität hinter diesen Versprechen stecken kann.