Aura Dies Hard (Or: How I learned to Stop Worrying and Love the Copy)


Still


2010, 00:14:10, PAL, Farbe, Ton, N008 01


Nate Harrison (*1972 in Eugene/Oregon, lebt in New York) arbeitet als Künstler und Autor zu medienrelevanten Themen wie Copyright/Copyleft, dem Autorenbegriff und Fragen zum geistigen Eigentum. Sein preisgekröntes Videoessay Aura Dies Hard (Or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Copy) legt augenzwinkernd eine alternative Sichtweise auf die traditionelle Auffassung von Videokunst nahe: Gewöhnlich wird die viel zitierte ephemere und immaterielle Qualität des Mediums als Alleinstellungsmerkmal zu anderen Kunstformen hervorgehoben. Im Gegensatz dazu zieht Harrison repräsentative Fragmente aus Kaufkopien historischer Werke von international bedeutenden Pionieren der Videokunstgeschichte heran und bezieht sich damit auf den materiellen Aspekt eines verlustfrei reproduzierbaren Objekts. Die Existenz dieser (häufig unautorisierten) Duplikate befördert in Harrisons Augen auf paradoxe Weise noch die Auratisierung und Mystifizierung von Videowerken – in diametralem Gegensatz zu Walter Benjamins wegweisendem Aufsatz Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit von 1935, das dem Kunstwerk im Zusammenhang mit seiner Einmaligkeit und Authentizität eine Aura zuspricht, die jedoch durch seine technische Vervielfältigung verkümmere.