A Crime Against Art


Still


2007, 01:40:45, NTSC, Farbe, Ton, P012 01


Hila Peleg (*1976 in Tel Aviv, lebt in Berlin) ist Kuratorin, Filmemacherin und künstlerische Leiterin des interdisziplinären Festivals „Berlin Documentary Forum“. A Crime Against Art basiert auf einer Gerichtsverhandlung, die 2007 auf einer Kunstmesse in Madrid inszeniert wurde. Inspiriert wurde die Verhandlung von dem dadaistischen Scheinprozess André Bretons gegen den ins reaktionäre Lager abgedrifteten Schriftsteller Maurice Barrès aus dem Jahr 1921, bei dem der Schriftsteller Breton als Vorsitzender, der Avantgarde-Dichter Tristan Tzara als Ankläger und eine Schaufensterpuppe als Angeklagter fungierten. Pelegs A Crime Against Art provoziert eine Reihe von Fragen nach der Instrumentalisierung zeitgenössischer Kunst und ihrer Institutionen sowie nach kritischen Handlungsspielräumen von KünstlerInnen. Die Gerichtsverhandlung beginnt mit der Anklage eines vermeintlich begangenen Verbrechens, wobei offen bleibt, wie dieses geartet ist und ob es Beweise gibt. Auch kommen keine Opfer als ZeugInnen zu Wort. Angelehnt an Gerichtssendungen aus dem Fernsehen versucht das Tribunal, das vornehmlich von KuratorInnen besetzt ist, um die Staatsanwälte (Vasif Kortun und Chus Martinez), den Verteidiger (Charles Esche) und den Richter (Jan Verwoert) dem „Verbrechen gegen die Kunst“ auf die Spur zu kommen. Die Arbeit zeichnet ein kritisches Bild der gegenwärtigen Realitäten und Mechanismen zeitgenössischer Kunst.



siehe auch:
Hila Peleg - A Crime Against Art