Walkings No. 1 - 6


Still


1969 – 1970, 00:15:18, PAL, schwarz-weiss, Ton, B018 01


KP Brehmer (*1938 in Berlin, gest. 1997 in Hamburg) arbeitete neben Film auch mit Grafik und Malerei und unterzog in seinem Werk die Kultur Nachkriegsdeutschlands einer kritischen Analyse. Er war neben Konrad Lueg, Sigmar Polke und Gerhard Richter einer der wichtigsten Vertreter des Kapitalistischen Realismus. Unter dem Einfluss der gesellschaftlichen Umbrüche von 1968 und in Auseinandersetzung mit der Pop Art suchte Brehmer politische Tendenzen zu visualisieren und die kommerziellen Strukturen des Kunstbetriebs subversiv zu unterwandern. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehört Korrektur der Nationalfarben, die die drei Farben der deutschen Nationalfahne zur Darstellung der Vermögensverteilung in der Bundesrepublik nutzte und 1972 während der documenta 5 als Flagge vor dem Kasseler Fridericianum gehisst wurde. Der vom Strukturalismus beeinflusste Experimentalfilm Walkings No. 1–6 untersucht in sechs Sequenzen signifikante Objekte und Strukturen innerhalb der Stadtlandschaft Berlins und die Veränderungen, die sich durch deren mediale Repräsentation ergeben.