Schwelle


Still


2006, 00:08:15, PAL, Farbe, Ton, V016 01


Maria Vedder (*1948 in Nordhorn, lebt in Berlin) arbeitet bereits seit 1980 intensiv mit dem Medium Video. Sie entwickelt Einzel- wie auch Gemeinschaftsarbeiten mit Bettina Gruber, in denen die ästhetischen Möglichkeiten und die vielfältigen, damals neuen Verfahren der Bildbearbeitung zum Tragen kommen, so etwa Farbmanipulationen, Überblendungen und die Bluescreen-Technik. Zu den bekanntesten Werken gehört die Gemeinschaftsarbeit Der Herzschlag des Anubis (1988), eine Videocollage aus Tableaus, die mit mythologischen Figuren der altägyptischen Kultur operiert und sich dem Thema der Todesvorstellung mit Papiermodellen und Beleuchtungseffekten annähert. Die intensiven Erfahrungen mit den technischen Möglichkeiten des Mediums flossen in das gemeinsam mit Gruber verfasste Standardwerk DuMonts Handbuch der Videopraxis (1982) ein. Vedders Video Schwelle, das eine inhaltliche Nähe zu ihren weniger bekannten Videoperformances wie Künstlerisches Arbeitsfeld von 1981 zeigt, gehört zu der Werkgruppe der Inszenierungen des Alltags. Zur Musik von Brian Eno und J. Peter Schwalm zeigt das minimalistisch geprägte Video aus der Froschperspektive schemenhaft die Schritte von PassantInnen über einen aus Milchglas gefertigten Übergang, der als Sinnbild auch für den Zustand des Unterwegsseins und des Übergangs von Ort und Unort, von Hier und Dort, Diesseits und Jenseits steht.