Unfolding Places


Still


2004, 00:18:45, PAL, Farbe, Ton, Y001 01


Haegue Yang (*1971 in Seoul, lebt in Berlin und Seoul) ist bekannt für ihre raumgreifenden Installationen, die meist aus alltäglichen Materialen bestehen und durch besondere Anordnungen poetische Situationen hervorbringen. Ihre Videoarbeit Unfolding Places legt visuelle und narrative Indizien einer Reise aus, die sich über London, Berlin und Seoul erstreckt. Bewegungen durch den Raum, der überwunden und erlebt wird, werden aufgezeichnet. Die von ihr gefilmten Stadtaufnahmen bestehen ebenso aus Ansichten von Skylines, Straßenzügen und Gebäuden wie aus formalen Studien anonymer Fragmente, von Lichtreflexen, Hotelbettkanten und Teppichnähten. Yang legt eigene Texte im Voice-over über diese Aufnahmen und berichtet von endlosen Schienen, die sich in der Reiseperspektive aufhalten, von der Luft, deren Materialität sie in sich aufnimmt, und davon, wie die Stadt sich in sie einschreibt, wie das Reisen sie bestimmt und wie es gleichzeitig schwer wird, an Orten festzuhalten. Während ihre Erzählung fortschreitet, schreibt Yang sich schließlich selbst in die Stadt ein: Das Bild verharrt bei einer sonnigen Hinterhofecke, in der sich Wasser in einer Pfütze gesammelt hat. In ihr liegen bunte, komplex gefaltete Origami-Objekte, Formen, die an Yangs Skulpturen erinnern und zwischen Pfütze und Asphalt hin- und her wehen und an späterer Stelle im Video zurückkehren, aufgebaut zu einer papiernen Stadtansicht aus Häusern, Plätzen und Seen.