Time Pieces


Still


1973, 00:46:32, PAL, schwarz-weiss, Ton, K004 02


Allan Kaprow (*1927 in Atlantic City/New Jersey, gest. 2006 in Encinitas/Kalifornien) arbeitete als Künstler und Kunsttheoretiker an der Entwicklung von improvisierten Formen der Aktionskunst und prägte 1958 hierfür den Begriff Happening. Er realisierte über 250 Happenings, darunter Time Pieces für das 1973 vom Neuen Berliner Kunstverein gemeinsam mit dem DAAD und den Berliner Festspielen organisierte Projekt Aktionen der Avantgarde (ADA). Unter dem Einfluss der Konzeptkunst initiierte ADA über mehrere Tage Performances, Aktionen und Happenings im öffentlichen Raum in West-Berlin. In Time Pieces sind die TeilnehmerInnen zu sehen, wie sie die Geräusche ihres Pulses und Atems aufnehmen, diesen zuhören und mit PartnerInnen über das Telefon oder von Angesicht zu Angesicht austauschen. Das Happening war darauf angelegt, körperliche Prozesse zu erforschen und „hörbar“ zu machen. Mit dem Abspielen der Tonaufnahmen wird dem eigenen wie dem anderen Körper „zugehört“. Durch den Einsatz moderner Aufnahmetechnik verdoppelte Kaprow den physischen Wahrnehmungsraum. Das einmalige Berliner Band der Erstaufführung von Time Pieces wurde anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Video- Forums 2011 digital restauriert und ist seither in dieser neuen Fassung Bestandteil der Sammlung.