The Invisible Hero


Still


2004, 00:05:47, PAL, Farbe, Ton, H027 01


Die niederländische Künstlerin beschäftigt sich in Skulpturen, Installationen, Videoarbeiten und Fotografien mit Themen der politischen Gewalt und der (patriarchalen) Machtverhältnisse innerhalb der Gesellschaft sowie der damit verknüpften Infragestellung ihrer Rolle als Künstlerin. Insbesondere Phänomene wie Traumatisierung, Opfertod und politisch motivierte Selbstmordattentate sind wiederholt Gegenstand ihrer aufwendigen Untersuchungen, in denen sie marginalisierte oder vergessene gesellschaftliche Phänomene thematisiert. So besteht ihr fotobasiertes Projekt Woman to Go (2005) aus Ständern mit zahlreichen Postkarten zur freien Mitnahme. Diese zeigen historische Schwarz-Weiß Porträts von Frauen aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Während die Dargestellten anonym sind, ergänzt ter Heijne die Postkarten mit biografischen Angaben von zuvor recherchierten Frauenpersönlichkeiten und thematisiert damit Aspekte der Fiktion von Identität wie auch der Konstruktion von Geschichte. Vielfach eignet sich ter Heijne auf maximale Aufmerksamkeit ausgerichtete Techniken der Unterhaltungsindustrie an: Lebensgroße Dummies und Körperabgüsse, Doppelgängerinnen der Künstlerin selbst, werden in die Luft gejagt oder gehen in Flammen auf. Dabei geht es ihr weniger um technische Perfektion und „Ähnlichkeit“ ihrer Alter Egos, sondern um die Offenlegung der Appropriation medialer Strategien. Das Video The Invisible Hero zeigt die Künstlerin in einem engen zugemauerten Raum, in dem sie immer wieder gegen die sie umgebenden Mauern anrennt, so dass ihr Gesicht zunehmend von blutigen Verletzungen gezeichnet ist. Im Verlauf scheint ihr Körper immer durchscheinender und verletzlicher zu werden. Das Video ist mit einem Ausschnitt aus einem therapeutischen Audioguide der US-amerikanischen Psychologin Belleruth Naparstek unterlegt, auf dem unter Einsatz von Hypnose an Intuition und Selbstheilungskräfte des Körpers appelliert wird.