The Embassy


Still


2011, 00:37:00, 1080i50, Farbe, Ton


Filipa César (*1975 in Porto, lebt in Berlin) setzt sich in ihren Arbeiten insbesondere mit den postkolonialen Konstellationen auseinander, die die jüngere Geschichte Portugals hervorgebracht hat. Ihre Filme und Installationen sind dabei von der Frage geprägt, inwiefern Erinnerungen filmisch vermittelt und von der Gesellschaft wahrgenommen werden. Seit einigen Jahren liegt der Fokus ihres Schaffens auf dem westafrikanischen Guinea-Bissau, dessen Unabhängigkeit eng mit dem bewaffneten Befreiungskampf verknüpft ist. Auch The Embassy befasst sich mit den Bildzeugnissen der kolonialen Vergangenheit dieses Landes. Auf einem Tisch ist ein altes Fotoalbum zu sehen, ein Medium der Erinnerungsgenerierung und Gedächtniskonservierung, in dem der Blick der portugiesischen Kolonisten verewigt wurde, die mit dokumentarischer Sorgfalt die Landschaften, Menschen, Architektur und Denkmäler Guinea-Bissaus im Zeitraum von 1940 bis 1950 festgehalten haben. Der guineische Archivar Armando Lona kommentiert diese Bilder und führt die BetrachterInnen durch die Politikgeschichte des Landes. César vereint somit die verschiedenen Perspektiven auf die Geschichte von Guinea-Bissau, die sich auf vielschichtige Weise überlagern.