Rock My Religion


Still


1983 – 1984, 00:55:43, NTSC, Farbe, Ton, G007 02


Dan Graham (*1942 in Urbana/Illinois, lebt in New York) ist Bildhauer, Konzept- und Videokünstler, der sich in seinen Arbeiten mit historischen, sozialen und ideologischen Funktionen gesellschaftlicher Praxis auseinandersetzt. In diesem Zusammenhang reflektiert er u. a. die Rolle von Popkultur und hinterfragt die Autonomie künstlerischen Schaffens. In Rock My Religion steht die Beziehung zwischen Rockmusik und Religion im Mittelpunkt: Den Ausgangspunkt der Arbeit bildet zum einen die im Quäkertum verwurzelte Freikirche der Shaker, die den Schütteltanz als eine Gebetsform praktizieren, und zum anderen das Schaffen der „Godmother of Punk“ Patti Smith, die Rock explizit als Religion definiert. In diesem Zusammenhang analysiert Graham das Phänomen des Personenkults um die ersten Rockstars und das Aufkommen der Rockmusik als eine Form des Glaubens, die sich im ideologischen Kontext des Nachkriegsnordamerika verortet und eng mit der Kommerzialisierung der Musik, der damit verbundenen Ausbeutung und der Manipulation der vorrangig jungen KonsumentInnen verknüpft ist. So schafft Graham ein komplexes Bild, das einem theoretischen Essay entspricht und das kulturelle Phänomen der Rockmusik im historischen Kontext mitsamt ihrer ideologischen Ein üsse abzubilden vermag.