Reflexionen über die Geburt der Venus


Still


1978, 00:21:46, PAL, Farbe, Ton, R005 08


Ulrike Rosenbach (*1943 in Bad Salzdethfurt, lebt in Saarbrücken) erforscht als Pionierin der Videokunst seit 1970 mit Videos, Performances, Video-Aktionen und multimedialen Installationen die Rolle der Frau und ihre traditionelle Repräsentation. Ihre Arbeitsweise ist dabei prozessual und medienübergreifend: Aus einer Aktion entsteht ein Video, aus dem Video skulpturale Installationen, die dann wiederum in Video-Performances einbezogen werden. Häufig beschäftigt sie sich dabei mit religiösen oder mythologischen Frauendarstellungen der Kunstgeschichte. In Reflexionen über die Geburt der Venus ließ Rosenbach Botticellis berühmtes Gemälde aus dem 15. Jahrhundert lebensgroß an eine Wand projizieren. Davor steht eine Muschel mit Sand und ein Monitor, auf dem ein Video mit Meeresbrandung läuft. Die Künstlerin selbst steigt in die Muschel hinein, wodurch ihr nackter Körper mit dem von Botticellis Venus verschmilzt. Vom Licht des Projektors angestrahlt, dreht sie sich langsam um die eigene Achse, wobei ihre Vorderseite weiß, ihre Rückseite schwarz geschminkt ist, und so abwechselnd hell im Licht erstrahlt oder im Dunkeln verschwindet, wodurch ein Verlauf von Tag zu Nacht zu Tag suggeriert wird. Dazu läuft als Soundtrack Bob Dylans Song Sad-Eyed Lady of the Lowlands.