Pickel Porno


Still


1992, 00:12:22, PAL, Farbe, Ton, R001 06


Pipilotti Rist (*1962 in Grabs/Schweiz, lebt in Zürich) wurde schon früh – besonders von einer feministischen Kunstkritik – Anerkennung für ihre Videos und Installationen zuteil, die sich unter anderem mit Sexualität, Geschlechterdifferenz und Körperlichkeit beschäftigen und sich dabei – im Gegensatz zu vielen feministischen KünstlerInnen der ersten Generation – durch eine fast naive Freude an haptischer, optischer und akustischer Sinnlichkeit sowie durch Buntheit und Humor auszeichnen. Pickel Porno nutzt die technischen Möglichkeiten des Mediums Video zu einer medialen Neuinterpretation des Themas Sexualität, die der pornografischen Darstellung entgegengesetzt wird. Das Video beginnt mit einer Sequenz, in der man eine junge Frau in hohen Absätzen auf einem Metallgitter balancieren und schließlich einen jungen Mann begrüßen sieht. Aus dieser Totalen heraus entwickelt sich ein bunt leuchtendes Kaleidoskop aus sinnlichen Körperbildern, wobei die Kamera den Körper abfährt wie eine Landschaft – dazu werden Bilder von Natur und dem Universum eingeblendet – und sich dabei immer mehr in einzelne Details von Körperpartien hineinzoomt und Augen, Zunge, Zehen, Haut, Brustwarzen und Schamhaare in kühnen Perspektiven abtastet und sie zu ungewohnten Dimensionen anschwellen lässt. In Pickel Porno nimmt die Kamera die Perspektive des Sexualpartners ein, über Makro-Aunahmen geht die Künstlerin der Frage nach, auf welche Weise sexuelle Empfindungen sichtbar gemacht werden können.



siehe auch:
Pipilotti Rist - Pipilotti Rist