Nr. 12


Still


1996, 00:30:39, PAL, Farbe, stumm, Z002 05


Heimo Zobernig (*1958 in Mauthen/Österreich, lebt in Wien), der neben Video mit Malerei, Skulptur und Installation arbeitet, verfolgt in seiner künstlerischen Praxis Fragen der Präsentationsstrukturen von Kunst und des Einflusses des Ausstellens auf das Werk. In kritischer Distanz zu dem Komplex der Objekthaftigkeit des Kunstwerks und den damit verbundenen Wertschöpfungsprozessen rückt Zobernig vielfach marginale Objekte wie Stühle, Sockel oder Vorhänge in den Mittelpunkt seines Werks, die er simplen Eingriffen unterzieht. Die Videoarbeit Nr. 12 ist als Teil seiner Ausstellung in der Renaissance Society an der Universität von Chicago entstanden. Durch das Streichen des langen Gangs vor dem Eingang in die Ausstellungsräume mit blauer Farbe wurde dieser zu einer sogenannten Bluebox. Die in der Film- und Fernsehtechnik benutzte Bluescreen-Technik ermöglicht es, einen Gegenstand oder eine Person freizustellen und nachträglich vor einen Hintergrund zu setzen – sowohl in einen am Computer erzeugten Raum als auch in eine reale Landschafts- oder Stadtaufnahme. Voraussetzung ist, dass der Gegenstand oder die Person zunächst vor einem blauen oder grünen Hintergrund aufgenommen, mittels des farbbasierten Keyings freigestellt und schließlich mit dem Hintergrundfilm kombiniert wird. In Nr. 12 setzt Zobernig sich mit Hilfe der Bluescreen-Technik in den städtischen Außenraum hinein, um in einer Verkehrung von Innen und Außen topografische und soziale Aspekte Chicagos in den Fokus zu nehmen. Dabei ist er nackt und in leichten tänzerischen Bewegungen zu sehen und thematisiert auf diese Weise seine Rolle als Künstler im urbanen Kontext.