Now


Still


1973, 00:12:16, NTSC, Farbe, Ton, B003 02


Lynda Benglis (*1941 in Lake Charles / Louisiana, lebt in New York) wurde vor allem durch Arbeiten bekannt, die Malerei in andere Medien und Dimensionen übersetzten und Aspekte der Minimal Art wie der Farbfeldmalerei spielerisch erweiterten. Für ihre Fallen Paintings der späten 1960er Jahre ließ sie farbiges Latex über Wände und Böden laufen, bis es erhärtete. Aspekte des Körperlichen und Sensuellen, oft ironisch gebrochen, finden sich in fast allen ihren Werken. Legendär ist ihre Doppelseite von 1984 in Artforum, auf der sie nackt mit einem überdimensionalen eischfarbenen Plastikdildo posiert. In Now, ihrem ersten Video in Farbe, sehen wir Benglis’ Gesicht verdoppelt im Profil in einem absurden Dialog mit sich selbst. Immer wieder spricht sie dabei die Worte „Start Recording“ und „Now“, wobei „Now“ je nach Betonung als Frage oder als Befehl formuliert wird. Die Aufnahme von 1973 basiert auf einer früheren Performance, und die beiden sich überlagernden und gegenüberstehenden Gesichter scheinen sich während des Scheindialogs gegenseitig zu lecken oder zu küssen. Die Farben im Video wurden extrem überzeichnet und definieren allein den diffus flimmernden Hintergrund. In diesem Hybrid aus Performance und Video setzt Benglis das Videosignal als Erweiterung malerischer Techniken ein.