Quetzalcoatl - Nachvollzug einer Legende


Still


1981, 00:17:29, PAL, schwarz-weiss, Ton, A013 06


Dieter Appelt ist Fotograf, Video-, Aktions- und Objektkünstler. Nach einer Karriere als Opernsänger widmet er sich ab 1979 ausschließlich der bildenden Kunst. Seine Schwarz-Weiß-Fotografien und
-Filme sind geprägt von Auseinandersetzungen mit Leben und Tod, Natur und Mystik. In Abgrenzung zu einem positivistischen Weltbild schafft Appelt in seinen Arbeiten Distanz zu den abgebildeten Objekten, um so transzendente Zwischenräume zu eröffnen. Seine Aktionen in freier Natur gleichen meditativen und spirituellen Handlungen, die jedoch die Materialität der jeweiligen Umgebung miteinbeziehen. In den 1980er Jahren stellt er regelmäßig im Neuen Berliner Kunstverein aus und kuratiert 1988 auch die Gruppenausstellung
Zwischen Schwarz & Weiß. Die Koproduktion Quetzalcoatl – Nachvollzug einer Legende entstand eigens für seine Einzelausstellung Dieter Appelt. Photosequenzen, Performance, Objekte, Filme im Neuen Berliner Kunstverein. Zu dieser Zeit reist Appelt unter anderem nach Mexiko und beschäftigt sich mit den indigenen Völkern Mittelamerikas, insbesondere den Tolteken. Der toltekische Herrscher Quetzalcoatl (gefiederte Schlange) soll der Legende nach wieder auferstehen, doch stattdessen steigt aus den Fluten des Meeres der spanische Konquistador Hernán Cortés empor, der fälschlicherweise verehrt wird als „mordender und plündernder Gott“. 1521 wurden das Aztekenreich und dessen Hauptstadt Tenochtitlán (heute Mexiko-Stadt) komplett zerstört. Das Trauma des spanischen Kolonialismus wird bei Appelt in eine abstrakte Bildsprache übersetzt und begleitet von sich wiederholenden Aphorismen. In modernistisch geprägten Bildkompositionen inszeniert er sich selbst aus dem Meer kommend, in präkolumbianischen Architekturen, in der mexikanischen Steppenlandschaft oder folgt den Straßenmarkierungen in Mexiko-Stadt. In diese Erzählung werden Performancesequenzen montiert, in denen Glas auf den Boden fällt und zerspringt. Das Voice-Over spricht von Zerstörung, während das monotone Hintergrundgeräusch weiter rattert.