Mathilde, Mathilde


Still


2000, 00:04:48, PAL, Farbe, Ton, H011 07


Mathilde ter Heijne (*1969 in Straßburg, lebt in Berlin) beschäftigt sich in Skulpturen, Installationen, Videoarbeiten und Fotografien mit Themen der politischen Gewalt und der (patriarchalen) Machtverhältnisse innerhalb der Gesellschaft sowie der damit verknüpften Infragestellung ihrer Rolle als Künstlerin. Insbesondere Phänomene wie Traumatisierung, Opfertod und politisch motivierte Selbstmordattentate sind wiederholt Gegenstand ihrer aufwendigen Untersuchungen, in denen sie marginalisierte oder vergessene gesellschaftliche Phänomene thematisiert. Mathilde, Mathilde beruht auf den Figuren von Namensschwestern der Künstlerin – der tragischen Heldin aus François Truffauts Film La Femme d’à côté (1981), deren Liebe zu einem älteren Mann im Tod endet, und den weiblichen Hauptfiguren in Jean-Claude Brisseaus Noce Blanche (1990) und Patrice Lecontes Le Mari de la coiffeuse (1991), die ebenfalls Mathilde heißen, jeweils mit ihren romantischen Beziehungen gebrochen haben und den Selbstmord einer desillusionierenden Realität vorzogen. Mathilde ter Heijne greift diese Geschichten der Selbstopferung für ein utopisches Liebesideal auf und mischt Originaltonaufnahmen der drei Filme mit Videoaufnahmen, in denen sie selbst die Rolle der tragischen Heldin einnimmt. Mittels eines Dummies stellt sie ihren eigenen Tod durch Sprung von der Brücke und den Zweikampf mit ihrem Alter Ego dar.