Made in New York


Still


1974, 00:25:14, PAL, Farbe, Ton, H016 02


K.H. Hödicke ist ein Vertreter der Neuen Figuration und vor allem durch seine Malerei bekannt. In den 1960er Jahren entwickelt er erste Multiples, prozessorientierte Skulpturen sowie Objektkunst und gründet in Berlin die legendäre Selbsthilfegalerie Großgörschen 35. Viele von Hödickes experimentellen Kurzfilmen entstehen während seines New York-Aufenthalts 1966 bis 1967 und reflektieren seine Erfahrungen in der Metropole. Die 16mm-Filme lesen sich wie konzeptuelle Kurzporträts einer eingefrorenen Wirklichkeit. Sie analysieren nicht nur die Gegenwart, vielmehr stellen sie das Abbild als solches in Frage, sei es gemalt oder fotografiert. Hödicke experimentiert mit Ton, mit dem Körper, mit Prozessen der Zersetzung und mit Kunstgeschichte. Das performative Experiment steht im Vordergrund, hingegen folgt der filmische Essay Made in New York einer narrativen Struktur. Gemeinsam mit den FilmemacherInnen Cornelia Balcerowiak und Helmut Wietz entsteht diese Koproduktion 1974 in New York. In komplexen Diagrammen wird von einem Alligatorjäger erzählt und wie die importierten Babyalligatoren heranwachsen und das Abwassersystem New Yorks „beleben“. Sobald sie auswachsen, würden sie über den Abort „entsorgt“. Einem Spaziergang in den Straßen New Yorks zwischen dampfenden Abwassergullis folgt am Ende eine erfolglose Alligatorenjagd im Untergrund, verbunden mit der Frage nach dem Wahrheitsgehalt der Geschichte. Der Film ist eine Allegorie auf den New Yorker Underground und versetzt mit Anspielungen auf das Hollywood-Kino und einem Soundtrack aus Latino-Pop.