KINO KROV


Still


2005, 00:05:53, PAL, schwarz-weiss, Ton, F010 03


Elise Florenty (*1978 in Pessac/Frankreich, lebt in Berlin), die sich in ihrem Werk auch mit literarischen Vorbildern auseinandersetzt, nahm für ihr Animationsvideo KINO KROV die Publikation Der Mann, dessen Welt in Scherben ging (1971) des russischen Neuropsychologen Alexander Lurija zum Ausgangspunkt. Lurija beschreibt darin die Krankheitsgeschichte eines Patienten, der durch eine Hirnverletzung nicht nur Teile seines Gedächtnisses verlor, sondern auch ein gestörtes Wahrnehmungs- und Kommunikationsverhältnis zu seiner Umwelt entwickelte. Ein wesentliches Element des medizinisch-therapeutischen Ansatzes von Lurija lag in der Untersuchung des pathologischen Realitätsverständnisses. Elise Florenty setzt den Krankenbericht in eine Art inneren Monolog um und ergänzt die russisch vorgetragenen Textfragmente des Ich-Erzählers durch animierte Bildsegmente, in denen sich Wörter zusammen mit Personen und Häusern zu Bildlandschaften zusammensetzen. KINO KROV [deutsch: Kino Blut] gehört zu Florentys Werkzyklus über das Verhältnis von menschlicher Wahrnehmung und Sprache.