Hyperbulie


Still


1973, 00:06:49, PAL, schwarz-weiss, Ton, E015 01


VALIE EXPORT (*1940 in Linz, lebt in Wien) ist eine Pionierin der feministischen Kunst der 1960er und 1970er Jahre. Als eine der wenigen KünstlerInnen im Umfeld des Wiener Aktionismus und des Expanded Cinema untersucht sie in Performances, konzeptuellen Fotografien, Videos und Experimentalfilmen, in welcher Weise Weiblichkeit durch den herrschenden Blick konstituiert ist. Sie erfindet 1967 ihren Künstlernamen VALIE EXPORT – in versaler Schreibweise, der eine Art Logo bildet. In ihrer multimedialen Arbeit beschäftigt sie sich mit radikalen Fragen zur Konditionierung von Wirklichkeit und der bildnerischen Darstellung von psychischen Zuständen und entwickelt Strategien der Subversion, der Verweigerung und der Überwindung des Selbstverlustes. Ikonisch ist ihre Straßenaktion TAPP und TASTKINO von 1968, die das Kino als Projektionsraum männlicher Fantasien vorführt. In Hyperbulie (1973) bewegt sich VALIE EXPORT nackt durch einen Korridor aus Drähten, durch die Strom fließt. Wiederholt berührt sie die Drähte und bricht unter Schmerzen zusammen. Unter Aufbietung größter Willenskraft erreicht sie auf allen Vieren das befreiende Ende des Apparats, der sinnbildlich für die normierenden Begrenzungen der Gesellschaft gelesen werden kann.



siehe auch:
Körperaktionen der 70er Jahre