Glauben Sie nicht, dass ich eine Amazone bin.


Still


1976, 00:10:46, PAL, schwarz-weiss, Ton, R005 07


Ulrike Rosenbach (*1943 in Bad Salzdethfurt, lebt in Saarbrücken) erforscht als Pionierin der Videokunst seit 1970 mit Videos, Performances, Video-Aktionen und multimedialen Installationen die Rolle der Frau und ihre traditionelle Repräsentation. Ihre Arbeitsweise ist dabei prozessual und medienübergreifend: Aus einer Aktion entsteht ein Video, aus dem Video skulpturale Installationen, die dann wiederum in Video-Performances einbezogen werden. Häufig beschäftigt sie sich dabei mit religiösen oder mythologischen Frauendarstellungen der Kunstgeschichte. In Glauben Sie nicht, dass ich eine Amazone bin. beschießt Rosenbach in einer Live-Performance eine tondoförmige Reproduktion von Stefan Lochners berühmter Madonna im Rosenhag (um 1450) mit Pfeilen. Mittels Closed-Circuit-Projektion verschmilzt das Antlitz der Heiligen mit dem Gesicht Rosenbachs. Während die Künstlerin Schießende und zugleich Beschossene ist, vermischt sich das Bild der reinen, schönen, doch asexuellen Madonnenfigur mit dem der kriegerischen Amazone, wobei die Künstlerin die Klischees beider Frauenbilder dekonstruiert und ein eigentümliches Hybrid aus Aggression und Passivität erschafft, das wiederum Assoziationen an eine Märtyrerin hervorruft.