El Gringo


Still


2003, 00:04:12, NTSC, Farbe, Ton, •022 01


Francis Alÿs (*1959 in Antwerpen, lebt in Mexiko-Stadt), stellt soziale und politische Realitäten in den Mittelpunkt seines vielfältigen, Fotografie, Film, Performance, Malerei, Zeichnung und Objekte umfassenden Werks. Der Akt des Spazierengehens durch den Stadtraum wird in vielen seiner Arbeiten zum zentralen Element einer subversiven Aneignung des urbanen Systems, das er immer wieder thematisiert. Zu seinen bekanntesten Videowerken gehört Re-enactment (2000), in dem der Künstler zunächst in einem Waffengeschäft in Mexiko-Stadt eine Beretta erwirbt und mit dieser Schusswaffe in der Hand bis zu seiner Festnahme durch die Stadt läuft, anschließend jedoch das Geschehnis unter Beteiligung lokaler Polizisten für die Kamera reinszeniert. El Gringo ist in der ländlichen Gegend des mexikanischen Bundesstaates Hidalgo aufgenommen und dokumentiert einen Spaziergang durch eine kleine Siedlung. Während der Protagonist selbst nicht im Bild erscheint, sondern allein durch die bewegte Kamera repräsentiert ist, zeigt das Video ein Rudel freilaufender Hunde, die das durchschrittene Territorium mit zunehmend lautem Gebell verteidigen und den Gehenden attackieren, bis dieser schließlich die Kamera zu Boden fallen lässt. Das tierische Verhalten in Kombination mit dem Titel des Werks – „Gringo“ bezeichnet im spanischen und portugiesischen Sprachraum einen anderssprachigen Ausländer – verweist auf Aspekte der Xenophobie, des Außenseitertums und der territorialen Abgrenzung.



siehe auch:
Point of View. An Anthology of the Moving Image