Death in Dallas


Still


2002, 00:16:52, PAL, schwarz-weiss, Farbe, Ton, N002 01


Zoran Naskovski (*1960 in Izbište/Serbien, lebt in Belgrad) behandelt in seinen Arbeiten Themen, die die Region des ehemaligen Jugoslawiens betreffen, meist mit Bezügen zur ideologischen Durchdringung kultureller Felder und zu aktuellen Formen massenkultureller Aneignung. Seine Arbeit Death in Dallas geht zurück auf eine Live-Performance von zwei traditionellen Guslaspielern in Kombination mit einer Videoprojektion mit Dokumentarbildern über das im Lied besungene Ereignis. Die Gusla, eine Schalenhalslaute, ist eines der ältesten Streichinstrumente der Balkanregion und unterstützt epische Gesänge als Element einer Oral History der Region. Naskovski kooperierte für Death in Dallas mit der kroatischen Guslaspieler-Legende Jozo Karamatić. Sein im traditionellen Versmaß des Heldenepos-Zehnsilbers geschriebenes Lied dreht sich jedoch nicht um ein lokales oder regionales Geschehnis, sondern behandelt die Ermordung von John F. Kennedy im Jahre 1963 in Dallas, ein globales TV-Ereignis. Das projizierte Videobild folgt dabei der moritatenhaften Erzählung Karamatićs und hebt besonders bewegende Momente des Attentats hervor, etwa die Reaktion von Jacqueline Kennedy auf die Schüsse, die neben dem Präsidenten in der Limousine saß.