Das eiskalte Auge


Still


1989, 00:12:54, PAL, schwarz-weiss, Ton, M004 05


Heiner Mühlenbrock (*1953 in Gelsenkirchen, lebt in Berlin) ist Fotograf, Filmemacher und Drehbuchautor zahlreicher Filme und Fernsehserien. In seinem filmischen Werk verwendet er vielfach sogenanntes Found Footage-Material, gefundene Filmfragmente, die durch die Art der Verwendung – etwa die Anordnung in einer neuen Abfolge oder die Unterlegung mit gänzlich fremdem Ton – in neue Bedeutungszusammenhänge überführt werden. Handlungs- und Drehort von Das eiskalte Auge ist das ICC, das Internationale Congress Centrum in Berlin, bis zur Schließung in 2014 eines der größten Kongresshäuser der Welt. Allerdings kommt Mühlenbrocks Film gänzlich ohne Kameramann aus, denn er verwendet das Material aus vierzig Überwachungskameras in dem gigantischen Gebäude. Zu sehen sind Angestellte und BesucherInnen, die scheinbar unbeobachtet ihren Tätigkeiten nachgehen. Mühlenbrock hat das Material mit Soundtracks verschiedener Genrefilme, vorwiegend Gangsterfilme und Krimis, unterlegt. Durch die Kombination dieser Dialog-, Musik- und Geräuschzitate mit dem gefundenen Filmmaterial spinnt er eine Geschichte voller mysteriöser Begegnungen und verwandelt das ICC in einen Ort des Unheimlichen.